G e d a n k e n f e t z e n

Unsinniges Chaos
Verwirrtes Etwas tief in mir
Der Strom der Gefühle reißt mich fort
Kann ihn nicht kontrolliern

Unglaubliche Leere
Von Liebeshass erfüllt
Kann nichts mehr deutlich sehen
Alles um mich verwirrt

Bedrängende Kräfte
Tief in meiner Brust
Sie drohen mich zu zerreißen
Halt es aus in Genuss

Zweifelloser Unsinn
Das Abgründige in mir!
Ich werde es überwinden,
Ich! Nur im Jetzt und hier.

------------------------------------------------------------------------

Prinzipien des Glücks und Tuns
Die schweigend im Verstande ruhn
Nie möchte ich sie wecken
Sie würden bloß verdrecken
Was mein Herz mit Müh und Not gesäät

Du willst mir Logik einpflanzen?
Mich hinter Mauern verschanzen?
Nie würd ich ums Verstandes willen
Das Feuer meines Herzens stillen
Auf dass es Sklave sei für immer

Die Gabe, die mir Gott geschenkt
Die mein Gemüt verändernd lenkt
Zu kostbar ist mir dieser Schatz
Ihn aufzugeben für die Hast
Die den Verstand stets lobet

Was ist mir schon Gedankenkrampf
Wenn mein Gefühl mich trägt so sanft
Auf seicht, rochtweichen Flügeln
Die mein Tempo ewig zügeln
Und mich betten in feurigem Glück!

------------------------------------------------------------------------

Was zur Dichtung mich treibt
Ja, das ist mir ein Leid:
Ich winde und strecke mich
In den Fesseln der Unzulänglichkeit
Die mich trübsinnig macht
Und mich doch träume lässt
Von einem Leben, das besser ist.

------------------------------------------------------------------------

Gedankenhall erfüllt mich schwer
Drückt mich hernieder
Senkt all meine Glieder
Und wäscht mein Herz, oh so leer
Sodass nichts, gar nichts übrig bleibt
Von dem was ich bin? Keine Spur
Weit und breit da seh ich nur
Was ich war, einst davor...

Immer wieder diese Gedanken
Verselbstständigt treiben sie ihr Spiel
Erwarte ich denn schon zu viel?
Das Glück soll meine Seele umranken!
Soll sie erquicken und beleben
Gewohnheit ertränken
Zum Neuen mich lenken -
Doch eisig steh ich bloß daneben

------------------------------------------------------------------------

Was auch immer ich tu
Es ist verkehrt
Merk ich hinterher
Es schlaucht mich sehr
Hab mich angepasst
An des anderen Last
War Gesellschaftsfraß
Mich selbst gehasst
Nie aufgepasst
Auf mein Herz, mein Gefühl
Was es mir frei und offen sagte
Ganz ohne Kalkül
Hab mich durchgewühlt
Ohne Rast durch den Morast
Der anderen, der Meinungen
Verfeindungen, Anleitungen
Rat und Moral
Alles bloß Anleinungen
Umzingelt von mir selbst
Bleibt mir nichts andres zu tun
Als endlich aufzuhören
Mich im Dreck der anderen zu suln
Schluss, Aus, Vorbei!
Und vorüber
Lang genug war ich
Mein eigener Betrüger
Winde und strecke mich
Fühle mich schreckelich
Doch steige empor
Aus dem Abgrund hervor
In dem ich mich selbst verlor.

Letzendlich bin ich da.
Bin nicht mehr, was ich mal war.
Sehe nur noch mich.
Frei, offen und klar.

------------------------------------------------------------------------

Ich enthülle mich
Enthülle was mich
Einst erfüllte
Lasse alle Hüllen fallen
Beginne mich
An das zu krallen
Was ich in aller Fülle
Hier von mir enthülle

Ich enthülle mich
Entkleide mich von
Dem was zählte
Bevor ich mir
Dies Blatt erwählte
Als Botenstoff
Als Stoffaustausch
Verfalle nun in
Schall und Rausch

Geist, oh, Geist
So lös dich auf
Auf dem Papier
Erwählt es dir
Dass du verbrauchst
Was du brauchst:
Mich!

------------------------------------------------------------------------

Verrückt, verrückt
Entzückt, entzückt
Über die Mücke
Die bluthungrig
Sich mir nähert
Um von mir zu kosten.
Ein Tropfen des Wahns
Der in mir wohnt
Dortdroben haust
Geht verlorn, ohn
Dass ich ihn halte
Denn ein neuer wird
Kommen, bleiben, siegen
Gehen, stehen, liegen
Auf ewig in mir



Ein Klotz am Bein
Er hängt so schwer
Er lässt mich fallen
Ich kann nicht mehr
Versuche ihn abzu
Schütteln
Versuche ihn abzu
Tragen
Doch nichts hilft!
Außer zu sagen
Dass ich selbst der Klotz bin.
Der Klotz am Bein
Das bin ich. Wer?
Mein Denken, mein Fühlen
Der Drang loszulassen
Und doch zu behalten
Was längst verjährt ist.
Der Klotz am Bein
Ein Teil von mir
Den ich pflege, den ich hege
Bis ich mit ihm zugrunde gehe -
Was für ein traurigen Schicksal,
Das wir teilen!

----------------------------------------------------------------------------------

Ich liebe es mich selbst zu zerstören!
Mein Glück zu vernichten!
Unschuldig übe ich mich an mir selbst
Übe das, was andere an anderen üben
Übe mich zu kontrollieren, zu richten
Mich in mein Unglück zu steigern
Um alles zu verliern und
In Tränen über meine Dummheit auszubrechen.

Mein Selbstvertrauen ein filigranes Gebäude
Das bei jeder Erschütterung einzubrechen droht
Meine Gedanken der Wind
Der es zum Einstürzen bringt
Und die Einzelteile wild verstreut.
Meine Ausreden und mein Schauspiel
Die vergeblichen Versuche
Das Dasein zu retten, MICH zu retten!
Ohne Hoffnung auf Hilfe meines Verstandes
Der sein Können mit dem Gebäude
Einstürzen lässt.
Hat dies je ein Ende?

----------------------------------------------------------------------------------

Oh, Eintagsfliege möcht ich sein
Da könnt man jeden Schritt verzeihn!
Jeden Fehltritt, übers Ziel hinaus
Jede Stimmung, ob grimmiggraus
Ob übermütig, wankendschön
So möcht ich mich hier leben sehn!

Doch Menschsein, das erlaubt es nicht
Muss Regeln folgen, vorsichtig
Muss Pläne schmieden, eifrig sein
Sonst bleibe ich für immer klein

Oh, Eintagsfliege möcht ich sein
Da bliebe ich für immer klein!
Und dürfte fliegen in großer Welt
Ohn' dass mich Fleuch und Zeuch hier hält:
Leid vergessen, neu beginnen
Um allen Prinzipien der Welt zu entrinnen!

Doch Menschsein, ja, das will es nicht
Muss doch erfüllen meine Pflicht
Auf dieser traurigen Erd allein:
Arbeit, Tugend, Fleißig sein

----------------------------------------------------------------------------------

Zwischen Verlieren und Finden
Taumele ich
Zieht das Selbst seine Fäden
Doch das, was sich "Selbst" nennt
Existiert gar nicht
Ist bloß Decknam selbstsüchtiger Triebe
Wer bin ich dann, wenn nicht ich selbst?
Die Frage lässt mich taumeln
Lässt mich Glaube, Hoffnung verlieren
In fein gesponnenen Lüften hängen
Und nie wieder vertrauen
Doch ein "nie wieder" gibt es nicht
Bedeutet Verlust nicht auch Gewinn?
Was es sein wird, weiß ich nicht
Doch eins steht fest:
Es wird nicht so bleiben, wie es ist -
Und das ist gut so

----------------------------------------------------------------------------------

Lebe dich selbst!
Sieh nicht nach außen,
Schau nicht weg,
Von der Energie die dich umgibt

Liebe dich selbst!
Das, was du vermagst
Der Mensch, der du bist
Nicht der, der du sein willst

Spüre dich selbst!
Die Kraft in deinem Herzen
Der Wille, der unaufhaltsam brodelt
Und nur freigelassen werden muss

Lebe dich! Nur dich
Nicht die Bilder der anderen
Oder gar deine eigenen. -
Denn du bist es mehr als wert

----------------------------------------------------------------------------------

Lass mich dich heilen
Krankes Herz
Dein Trug gehört längst
Ausgemerzt!
Was sagst du da?
Lieblich Gefühl?
Leidenschaft
Ist dein Kalkül!
Sie wird dich nie
Zur Ruhe führn
Wird dich bloß täuschen
Und verführn.
Wie willst du da
Die Welt verstehn
Kannst doch bloß ahnen
Nie erspähn
Was wahres Glück bedeutet
Stattdessen glaubst
Du dich gehäutet
Von alledem
Was dich umgibt
Anstatt zu sehn:
All das dich liebt!

----------------------------------------------------------------------------------

Fünf Gang zurück
Drei Schrittchen vor
Das ists wie ich
Mich selbst verlor

----------------------------------------------------------------------------------

Bin nicht, was ich sollte.
Mach nicht, was ich tu.
Bin gar ein komisch Wesen.
Ja, das gib ich zu, doch:
Bin Knetmasse, bin Ton
Ja, du kannst mich verform!
Kannst bügeln mich, kannst kneten
Oder mich zertreten.
Und bin ich dann perfekter,
Als ich wirklich soll
So kannst du doch ganz einfach
Wieder mich zerrolln.
Flexibel, ja so bin ich.
Und klug auch noch dazu.
Hab großes Potential,
Da baut sich was im Nu!

Doch wundre dich nicht dann
Wenn ich mich selbst zerstöre
Ich liebe gar die Freiheit
nicht auf dich zu hören!